Gänseteenis Tag 34 / erstes Mal Flugplatz

Heute morgen sind wir kurz nach 7 auf den Flugplatz nach Stahringen gestartet. Heidi, eine Arbeitskollegin, war so nett, mir beim Verladen zu helfen und uns zu chauffieren. Es macht einen grossen Unterschied,  ob ich selbst fahre, oder ob ich hinten bei den Tieren sitzen kann…

Wenn ich bei Ihnen bin, sind Sie zwar etwas angespannt, aber legen sich hin und sind still.

Auf der ersten Fahrt zum Flugplatz.

Auf der ersten Fahrt zum Flugplatz.

In Stahringen angekommen, durften die Tiere erstmal kurz grasen und sich mit der Umgebung vertraut machen, bevor wir mit dem Rolltraining begonnen haben. Ich mag es, wie bereits erwähnt, nicht mit dem Rollen übertreiben, weil die Tiere sollen Ultraleichtflugzeug mit fliegen und nicht mit Laufen verknüpfen.

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Nach 2 Mal kurz hin und her, haben wir die Racker dann wieder zurück in den Transportkäfig gelockt und Sie im Käfig neben die Landebahn gestellt. Ich bin dann mehrmals direkt neben Ihnen gestartet,  habe mehrere tiefe Überflüge ( 2m überm Boden ) mit Ballhupe auf Höhe des Käfigs und Einlanden neben dem Käfig geflogen.

Frieda ist wirklich schlau. Sie merkt genau, wenn es daran geht in den Käfig einsteigen zu müssen und bleibt dann immer als Einzige draussen. Die Anderen 6 sind ruckzuck problemlos drin, nur eben Frieda hat überhaupt keine Lust sich, von mir notfalls auch per Hand, in den Käfig verfrachten zu lassen.

Ich werde in Stahringen eine Fangvoliere aufbauen müssen, damit das mit Frieda kurz und stressfrei geht. Fangvoliere bedeutet einen Pavillon mit Netz, in welchen ich die Kleinen reinlocken und dann speziell Frieda einfacher auf den Arm nehmen kann.

Gerade als ich diese Zeilen schreibe kommt Gloria zum Kuscheln, d.h. sie zupft an meinem Hosenbein und gibt mir mit Trillern zu verstehen, dass jetzt ne Kuscheleinheit angebracht wäre. Moment ich mach ein Bild….

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Unfassbar wie gross Sie in nur 34 Tagen geworden ist:

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Ich habe gleich die Gelegenheit genutzt nochmal ein Bild vom Federschieben zu machen:

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Schön zu sehen, wie die Federn am Flügel reihenweise hintereinander schieben.

Ivo hat gefragt, wie das genau mit dem Federschieben funktioniert und was beim Flügelstutzen ( also mutwilliges flugunfähig machen ) passiert.

Entwicklung der Feder ( aus wikipedia, weil sehr schön beschrieben) :

Federanlagen werden etwa ab dem 5. Lebenstag (im Ei) entwickelt. Aus der Epidermis wachsen Zapfen, die sich später in die Haut einsenken und die Follikel oder Federbälge bilden. Sind diese fertig, bestehen sie aus einem zentralen Zapfen, der Papille, die von Epidermis umhüllt ist. Die Zellteilungen, aus denen die Feder hervorgeht, finden an der Basis des Follikels statt, der Bildungszone (Epidermiskragen). Das bedeutet, dass die am weitesten differenzierten Teile der wachsenden Feder am distalen Ende (oben) liegen. Die oberste Zellschicht der Epidermis teilt sich nach außen hin und verhornt, d. h. die Zellen keratinisieren und sterben ab. Dadurch wird eine Schutzhülle um die Papille gebildet, die Federscheide. Diese ist zunächst distal geschlossen, die Federäste liegen zu diesem Zeitpunkt noch darin. Die Feder wird in der typischen Form mit einem Schaft und den Seitenästen gebildet, wobei allerdings erst spiralig die Seitenäste am Rand der Bildungszone gebildet werden und diese danach zentral zum Schaft verschmelzen. Die Federscheide schützt auch später den unteren Teil der Rhachis mit Seitenästen und die gut durchblutete Bildungszone. Die Federscheide wird auch als Blutkiel bezeichnet, da bei Verletzungen Blut austritt, solange das Federwachstum nicht abgeschlossen ist.

Die genetische Steuerung der Ausbildung der Federn erfolgt durch zwei Gene, die bei Wirbeltieren allgemein als Signalgeber für das Wachstum von Gliedmaßen, Fingern und Hautstrukturen wirken. Dabei handelt es sich um die Gene Shh (Sonic hedgehog) und Bmp2 (Bone morphogenetic protein 2) sowie die dazugehörenden Proteine. Shh regt dabei die Zellteilung der Keratinozyten an, während Bmp2 die Differenzierung der Zellen steuert und die Regulation des Wachstums übernimmt. Durch die Konzentrationsverteilung der beiden Proteine wird außerdem die Ober- und die Unterseite der Feder festgelegt.

Federn werden regelmäßig erneuert in der Periode der Mauser. Während der Mauser wachsen neue Federn aus den gleichen Follikeln, aus denen die alten ausgefallen waren. Dabei ist dieselbe Bildungszone wieder aktiv.

Beim Flügelstutzen werden die Armschwingen entfernt und das Tier kann somit nicht mehr genug Auftrieb zum Fliegen erzeugen. Da die Armschwingen nicht innerviert sind, ist das wenigstens physisch schmerzlos für die Tiere. Was das auf psychischer Ebene bedeutet, wenn man einem Vogel die Flugfähigkeit nimmt, kann sich leicht jeder selbst vorstellen.

http://www.stammbuch-lippegans.de/index.php/fuegelstutzen.html

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