Fluggänse Tag 86

Ein Tag Flugpause…. Seit 6 Tagen bin ich ununterbrochen jeden Morgen mit den Gänsen geflogen und heute hat mir meine Schulter einen Tag Zwangspause verordnet. Trotzdem kann ich fast spüren, wie die Gänse in der Voliere mit den Flügeln schlagen und auf mich warten.

Sobald Paula wieder richtig fit ist ( ich denke das wird morgen der Fall sein ) versuche ich, die beiden wieder an die momentane 5er Gruppe, bestehend aus Nemo, Nils, Gloria, Calimero und Maddin, heranzuführen. Ich denke, ich werde den ersten Flug des Tages mit den 5 gut trainierten Gänsen machen und im zweiten, wenn sie schon etwas ausgepowert und müde sind, Paula und Frieder mit dazu nehmen. Mein Ziel ist es mit allen 7 Gänsen von Stahringen nach Boll zu fliegen und mit Ihnen dann dort im Schlafsack zu übernachten und am nächsten Tag zurück zu fliegen. Da das 17 km Flugstrecke sind, müssen wir aber noch richtig trainieren, damit die Racker das schaffen.

Es ist nicht einfach herauszufinden, wie belastbar die Gänse im Moment sind. Um einen Trainingseffekt zu erzielen, muss ich Sie öfters an Ihre Belastungsgrenze führen. Die Kunst ist, genau dann wieder überm Flugplatz zu sein, wenn Ihnen die Puste ausgeht, damit Sie nicht, so wie Paula letzten Montag, irgendwo unkontrolliert notlanden…

Ich werde heute mal eine grosse Wiese in ca. 5km Entfernung auskundschaften und versuchen, morgen mal mit Ihnen dorthin zu fliegen, zu landen und nach ausgiebigem Grasfrühstück wieder nach Stahringen zurückzufliegen. Mein Plan ist, die Gänse aus Ihrer Komfortzone zu holen, damit Sie sich im Flug mehr an mir orientieren, weil Sie das Gelände nicht kennen….

Ausserdem habe ich das dringende Bedürfnis etwas Abwechslung in die Arbeit mit den Gänsen zu bringen, da unsere gemeinsamen Flugtage doch recht ähnlich ablaufen und ich mittlerweile jeden Baum und jeden Strauch um den Flugplatz Namen geben könnte… Unser tägliches Programm beginnt für mich mit Aufstehen um 5.30 Uhr, Kaffee und Hochfahren des Betriebssystems Gänse 1.2 ab 6.31 Uhr, 6.30 Uhr zu den Gänsen, dann zum Flugplatz, Training bis 9 Uhr, zurück zu den Volieren, Baden im Bach, Volieren säubern und dann lass ich mich noch eine halbe Stunde von den Gänsekindern annagen, während die Daten von den Logger heruntergeladen werden.

Das Experiment verläuft sehr zufriedenstellend. Man kann an den Beschleunigungsdaten sehr schön den Kraft und damit den Zuwachs an Dynamik des Flügeschlags über die Tage erkennen. Es is sehr wertvoll, dass wir von jedem Tag zur gleichen Zeit vom selben Tier die Beschleunigungsdaten der Trainingsflüge haben. Wenn wir mit der grafischen Auswertung der Daten etwas weiter sind, lade ich Euch ein Bild hoch und erkläre, was wir da genau messen. Grob gesagt, können wir anhand der Daten nun bestimmen, wie eine Graugans das Fliegen lernt, bzw. was sich da, bezogen auf die Frequenz und die Amplitude des Flügeschlags beim Fliegenlernen, abspielt…

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Kuscheln mit den süssen Wattebällchen hat sich zu “ Liebesbisse und Angenagtwerden a la Hitchcocks Vögel“ verändert…
Ganz schön grob die kleinen Rowdys. Aber Sie scheinen es zu geniessen.
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