Fluggänse Tag 110

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Ich merkt bestimmt, dass es etwas ruhiger um mich geworden ist die letzte Zeit. Kennt Ihr die Szene aus Forrest Gump, als Tom Hanks anfängt zu laufen und nach einem Jahr plötzlich ganz unvermittelt, mitten im Nirgendwo, stehen bleibt, sich umschaut und dann feststellt, dass er keine Lust mehr zu laufen hat?

So ähnlich gings mir die letzten 2 Wochen. Ich war einfach durch. Das ganze Projekt und die Verantwortung haben mich mehr Kraft gekostet als ich gedacht habe. Also musste ich mal eine Pause einlgen. Ich hatte auch keine Gedanken im Kopf welche es mit wert gewesen wären, Sie zu teilen…

Spätestens nach dem Filmdreh mit der anschliessenden Rettungsaktion war meine Laune und meine Motivation so richtig im Keller. Mir wurde erst hinterher bewusst, dass ich locker die Gänse hätte verlieren können.

Jedenfalls war die kleine gedankliche Auszeit von Allem sehr heilsam. Manchmal braucht der Mensch einfach Phasen, in denen er mal innehalten kann, um wieder eine Verbindung zu sich selbst zu bekommen. Ich glaube, wenn man das ignoriert, bewegt man sich unaufhaltsam auf einen BurnOut zu. Diese ständige Erreichbarkeit via Smartphone und Internet, liegt meiner Meinung nach nicht in der Natur des Menschen. Unsere Kinder werden damit aufwachsen und sich von klein auf daran gewöhnen, aber ich empfinde das mit meinen 41 jahren doch zunehmend als unangenehm.

Wie gehts Euch damit?

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6 Gedanken zu “Fluggänse Tag 110

  1. Du beschreibst Deine Gefühlswelt immer sehr gut finde ich. Kann ich richtig nachvollziehen. Und das mit dem Handy ist ganz einfach: Weg damit. Oder zumindest nicht dauernd eingeschaltet haben. Auf jeden Fall war ich auch froh, daß der Gänseschar nichts passiert war an dem Filmdrehtag. Das hätte auch anders ausgehen können. Nicht auszudenken.
    Liebe Grüsse Tina

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  2. Kann ich gut verstehen. Gerade bei einem Blog hat man vielleicht auch schnell das Gefühl, immer wieder etwas Neues „liefern“ zu müssen, ob einem nun gerade danach ist oder nicht.
    So eine Auszeit hin und wieder ist eine super Sache, finde ich.

    Liebe Grüße
    Christina

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  3. Lieber Micha,

    zunächst einmal: schön, bist du wieder da! Ich spreche vermutlich für viele Leser, wenn ich sage, dass du und deine fast täglichen Schilderungen aus der Gänsewunderwelt uns gefehlt haben. Aber natürlich war eine Pause überfällig und ich hoffe, die kommunikative Auszeit hat dir wieder Boden gegeben.

    Mit den elektronischen und sozialen Medien hast du total Recht. Da ist zum einen ist da der Information Overkill. Zum anderen, und das finde ich das Schwierigste, spielen sie einem Nähe vor, wo keine ist, wo man sich trotzdem der ständigen Reflexion und Kommunikation verpflichtet fühlt und wo außerdem ein unbedachter, rasch hingeworfener Halbsatz die gefühlte Nähe ganz schnell ins Gegenteil verkehren kann. Dem ist man – vermutlich insbesondere in unserer „digital immigrant“ Generation – ziemlich schutzlos ausgeliefert.

    Ich habe da selber auch noch kein Patentrezept, aber immerhin einen Weg der Milderung gefunden: In den Ferien habe ich – rein aus Kostengründen – sämtliche Pushmeldungen deaktiviert und das war eine richtige Erlösung. Man erhält dadurch die Kontrolle ein Stückweit zurück. Habe die Regel jetzt auch zuhause mit Ausnahme von WhatsApp und das funktioniert in Kombination damit, dass das Handy im Büro im Schrank bleibt und nicht auf dem Schreibtisch liegt, wunderbar.

    Wünsche dir und den Gänsen ein genussreiches und ruhiges Wochenende. Ich eröffne jetzt die Badewannensaison – ohne Handy😊 Liebe Grüsse aus der Schweiz, Steffi

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  4. Erleben, verarbeiten und vorstellen.
    Das sind meiner Erfahrung nach die „Erlebniswelten“ von Menschen. Geschichten erzählen und sich in andere Leben hineindenken ist sozusagen eine Vorstellung.
    JETZT ist also das Einzige, was zählt. Wir haben nur JETZT. Alles andere ist eine Vorstellung (also auch Vergangenheit und Zukunft). Das Telefonieren und das „im Netz sein“ ist eine Vorstellung. Wenn ich ganz genau bin, dann sitze ich jetzt alleine vorm Kastel und meine Gedanken sind nicht da, wo mein Körper ist…..
    Ganz kann ich den Verführungen noch nicht widerstehen. Der Fernseher ist jedenfalls schon lange weggegeben, telefonieren hab ich auf ein Minimum beschränkt (durchschnittlich 10 Minuten in der Woche) und die Netznutzung erstreckt sich auf eine halbe Stunde am Tag. Und die Zeiten, in denen mir gelingt mit meinen Gedanken da zu sein, wo mein Körper ist, werden immer mehr. Tätigkeiten helfen mir dabei, also einfaches handwerkliches Tun, wie im Garten herumtun, Holz bearbeiten, Brot backen, Stein hauen (alles ohne Maschinen) oder mit den Tieren sein und Hühner füttern oder mit dem Kätzchen Siesta halten usw.

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